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Ein 30-Tage-Plan für IELTS Writing (Tag für Tag, realistisch)

Writing ist der Teil, in dem die meisten IELTS-Kandidatinnen am schlechtesten abschneiden. Die Ursache ist meist nicht schwaches Englisch — sondern nicht zu wissen, was die Prüfung verlangt. Dreißig richtig genutzte Tage reichen, um diese Lücke zu schließen.

Der folgende Plan setzt etwa eine Stunde täglich voraus und gibt jeder Aufgabe ihren eigenen Platz.

Zuerst: wie wird bewertet?

Ohne dieses Wissen zu lernen heißt blind zu schießen. Writing wird nach vier Kriterien bewertet, und jedes ist ein Viertel der Note:

Task Achievement / Task Response — hast du die Frage wirklich beantwortet, und zwar jeden Teil davon.

Coherence and Cohesion — stehen die Gedanken in logischer Reihenfolge, sind die Absätze sauber, sind die Konnektoren richtig verwendet.

Lexical Resource — Umfang und Genauigkeit des Wortschatzes.

Grammatical Range and Accuracy — Vielfalt der Strukturen und grammatische Korrektheit.

Die entscheidende Folge: gehobener Wortschatz beeinflusst nur ein Viertel deiner Note. Ein Aufsatz in makellosem Englisch, der die Frage nicht vollständig beantwortet, kommt nicht über eine 6. Die meisten Kandidaten arbeiten am falschen Viertel.

Die zweite entscheidende Tatsache: Task 2 zählt doppelt so viel wie Task 1. Für Task 1 hast du 20 Minuten, für Task 2 vierzig. Der Großteil deiner Zeit — und deiner Vorbereitung — gehört Task 2.

Woche 1 — die Struktur lernen, noch nicht schreiben

Verbring die erste Woche nicht vor einem leeren Blatt. Lern zuerst das Gerüst.

Tag 1–2: Lerne, die Fragetypen von Task 2 zu unterscheiden. Es gibt fünf: Meinung (stimmst du zu?), Diskussion (beide Sichtweisen erörtern), Vor- und Nachteile, Problem und Lösung, gemischt. Jeder hat eine andere Struktur, und die falsche Struktur senkt Task Response direkt.

Tag 3–4: Merke dir das Fünf-Absatz-Gerüst: Einleitung (Frage paraphrasieren + These), zwei Hauptabsätze (je ein Gedanke plus Erklärung und Beispiel), Schluss. Mehr nicht. Die Prüfung belohnt keine Kreativität, sondern Klarheit.

Tag 5–6: Lerne die vier Task-1-Typen: Diagramm oder Tabelle, Prozess, Karte und (im General Training) Brief. Für Academic Task 1 gilt eine Regel: beschreiben, nicht deuten. Gefragt ist nicht, warum es geschah, sondern nur, was geschah.

Tag 7: Das einzige Schreiben dieser Woche — erstelle zu einer Task-2-Frage nur einen Plan, keinen vollständigen Aufsatz. Zehn Minuten, zwei Gedanken, je ein Beispiel. Wenn der Plan nicht gelingt, liegt das Problem beim Denken, nicht beim Schreiben.

Woche 2 — in Teilen schreiben

Tag 8–10: Schreib nur Einleitungen, drei pro Tag, je fünf Minuten. Eine Einleitung leistet zwei Dinge: Sie gibt die Frage ohne Abschreiben wieder und nennt deine Position in einem Satz. Wer die Aufgabenstellung kopiert, verliert Wortzahl und Punkte.

Tag 11–13: Schreib nur Hauptabsätze. Ein Muster: Themensatz → Erklärung → konkretes Beispiel. Der häufigste Fehlschlag ist ein fehlendes Beispiel oder ein „for example, in my country…“, dem etwas Allgemeines folgt. Das Beispiel muss konkret sein.

Tag 14: Schreib deine erste vollständige Task 2 — aber ohne Zeitnahme. Es geht weiter um Struktur, nicht um Tempo.

Woche 3 — gegen die Uhr schreiben

Diese Woche geht es unter reale Prüfungsbedingungen.

Tag 15–18: Täglich eine vollständige Task 2, 40 Minuten, mit Zeitnahme. Ziel sind 250 Wörter. Lies danach deinen eigenen Text und beantworte drei Fragen: Habe ich jeden Teil beantwortet, trägt jeder Absatz einen Gedanken, sind meine Beispiele konkret?

Tag 19–21: Täglich eine Task 1, 20 Minuten. Ziel sind 150 Wörter. Bei Diagrammen liegt die eigentliche Fähigkeit nicht im Ablesen der Daten, sondern in der Entscheidung, welche Daten zählen: das Höchste, das Niedrigste, die größte Veränderung, die auffällige Ausnahme. Wer jede Zahl aufzählt, verliert Zeit und Punkte.

Woche 4 — die eigenen Fehler eingrenzen

Tag 22–25: Schreib weiter, aber führe jetzt eine eigene Fehlerliste. Die meisten wiederholen dieselbe Handvoll: Artikel (a/an/the), Kongruenz von Subjekt und Verb, Singular gegen Plural, Kommasplice und die Übernutzung eines Konnektors („moreover“ fünfmal).

Tag 26–28: Arbeite an Satzvielfalt. Jeder Absatz sollte mindestens einen komplexen Satz enthalten (although…, while…, which…). Übertreib es nicht: ein korrekter einfacher Satz bewertet höher als ein kaputter komplexer.

Tag 29: Eine vollständige Writing-Sitzung: zwei Aufgaben in 60 Minuten ohne Pause. Du musst vor dem Prüfungstag wissen, wie sich diese Müdigkeit anfühlt.

Tag 30: Nicht schreiben. Lies die Fehlerliste, die du dreißig Tage geführt hast, und mach eine Checkliste daraus. Das ist es, was du am Prüfungsmorgen liest.

Fünf Fehler, die am meisten kosten

1. Nur einen Teil der Frage beantworten. Wer bei „discuss both views and give your opinion“ die eigene Meinung weglässt, stößt an eine Decke, egal wie gut er schreibt.

2. Unter der Wortzahl bleiben. 150 Wörter für Task 1 und 250 für Task 2 sind Mindestwerte, und Unterschreiten wird direkt bestraft.

3. Auswendige Floskeln stapeln. Eröffnungen wie „In this modern era of globalisation…“ erkennen Prüferinnen und senken Lexical Resource.

4. Ohne Absätze schreiben. 250 Wörter in einem Block ziehen Coherence sofort nach unten.

5. Zeit in Task 1 stecken. Sie wirkt leichter, also bleibt man dort hängen und lässt 25 Minuten für die Aufgabe, die doppelt zählt.

Wo anfangen

Vor dem Plan musst du dein aktuelles Niveau kennen. Miss dein allgemeines Englisch mit dem kostenlosen Einstufungstest; das Ergebnis liegt auf der GER-Skala, die sich grob so auf IELTS-Bänder abbilden lässt: B2 ≈ 5,5–6,5 und C1 ≈ 7–8.

Die IELTS-Vorbereitungsseiten beschreiben, was jedes Band von jeder Fertigkeit erwartet. Für Gebühren, Termine und Anmeldung geh direkt zum offiziellen Testanbieter — diese Angaben ändern sich oft und nur dort stehen sie richtig.